Naturnahe Waldpflege im Stadtwald Friedrichsdorf
30.03.2026
Bäume und das gesamte Ökosystem leiden unter dem klimabedingten Wassermangel. Angesichts dieser Herausforderung ist es wichtig, die Wälder resilienter gegenüber Hitze, Trockenheit, Stürme und Schädlingen zu machen. Durch eine zielgerichtete und konsequente Waldpflege werden die Friedrichsdorfer Waldbestände vitalisiert und damit zukunftsfähiger gestaltet.
In der praktischen Umsetzung bedeutet dies, im Rahmen der aktuellen Bestandspflege im Köpperner Spießwald und am Bornberg die Konkurrenz zwischen den Bäumen auf der Fläche zu senken und somit für die verbleibenden Bäume genügend Licht, Stabilität und Nährstoffe auch für die anstehende Naturverjüngung zur Verfügung zu stellen. Durch die Förderung der selteneren Baumarten auf der Fläche, wie zum Beispiel Ahorn und Eiche, wird der Mischwald von Morgen erhalten. Das gelingt nur, wenn die Konkurrenz der Baumarten untereinander gesteuert wird, da sich sonst wieder Reinbestände der jeweils dominantesten Baumart herausbilden, die beim Auftreten artspezifischer Schadorganismen zu umfangreichem Absterben führen können.
Im Zuge der erwähnten Waldpflegemaßnahmen im Friedrichsdorfer Stadtwald wird durch die verantwortungsvolle Forstwirtschaft vor allem Buchenholz zur Verfügung stehen. Dieses wird von den Sägewerken und der Zellstoffindustrie gesucht. Holz gewinnt als nachhaltiger Rohstoff wieder zunehmend an Bedeutung. Heimisches Holz aus herkunftsgesicherter Quelle, das nachhaltig und zertifiziert produziert wird, ist ein guter Weg, Raubbau an der Natur zu verhindern und klimafreundlicher als energieintensive Materialien wie z.B. Metalle, Beton oder Erdölprodukte. Aus dem schwächeren Holz wird der örtliche Brennholzbedarf gedeckt. Allerdings wird nur so viel Holz geerntet wie auch nachwächst um den Friedrichsdorfer Stadtwald vordergründige naturnah zu bewirtschaften.
Eine naturnahe Waldbewirtschaftung bedeutet, sich natürliche Prozesse des Waldes zu Nutze zu machen um ihn gesund und widerstandsfähig zu halten. Der Entwicklung und der Erhalt von Mikrohabitaten, Biotopen sowie stehenden und liegenden Totholzes kommen dabei besondere Beachtung zu. Alte Laubbäume, die beispielsweise Spechthöhlen aufweisen oder anderen Holzbewohnern als Lebensraum dienen, werden als sogenannte Habitatbäume mit einem großen Buchstaben „H“ markiert und damit dauerhaft aus der Nutzung genommen. Revierförster Philipp Gerhardt hat vor der Kennzeichnung jeden einzelnen Baum dahingehend überprüft, um wertvolle Lebensräume zu erhalten. Naturschutzaspekte werden hierdurch bei allen Waldpflegemaßnahmen berücksichtigt.
Wer gerne mehr über das Thema Waldpflege erfahren möchte, den lädt Förster Philipp Gerhardt zu einer Waldführung im Friedrichsdorfer Stadtwald am 09.05.2026 von 10:00-11:30 Uhr oder 12:00-13:30 Uhr ein. Anmeldung und Info unter: Sport- und Kulturamt Friedrichsdorf, Tel. 06172 731-1296 oder E-Mail an stadtverwaltung@friedrichsdorf.de
Ansonsten kann gerne bei seiner Sprechstunde Donnerstags von 16-17 Uhr am Forsthaus Rotlaufweg 41 Bad Homburg vorbei geschaut werden.




