Halbzeit im Pendelexperiment „Anders Pendeln“ in Friedrichsdorf
19.08.2025
Das Pendelexperiment „Anders Pendeln“ ist Teil des Forschungsprojekts transform-R und hat zum Ziel den Umstieg auf ökologisch und sozial verträglichere Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit zu vereinfachen. Es findet aktuell mit 38 Teilnehmenden aus Friedrichsdorf statt. 21 Teilnehmende erproben ein E-Bike, 7 den ÖPNV, 8 die Kombination von ÖPNV und E-Bike und zwei Personen nutzen ein E-Lastenrad auf ihrem Pendelweg. Ergänzend stehen für alle Teilnehmenden neue Mobilitätsangebote wie E-Bike- und E-Lastenrad-Sharing durch das Angebot „RMVflux“ und Carsharing von mobileeee zur Verfügung, die durch die Teilnehmenden erprobt werden. Das Experiment hat Anfang Juni 2025 begonnen und läuft noch bis Anfang Oktober. Zur Halbzeit des Experiments wurden die Teilnehmenden zu ihren bisherigen Erfahrungen befragt.
Von den 31 Teilnehmenden, welche die Umfrage beantwortet haben, sind 30 eher oder sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Experiments. Viele Teilnehmenden haben, auch durch die Unterstützung der Mobilitätsberatung Neues über Ihren Arbeitsweg gelernt, unter anderem neue Wege zum Arbeitsort (19 Teilnehmende), neue Transportmöglichkeiten (6) oder neue Möglichkeiten den Alltag zu organisieren (13).
Und auch die neuen Verkehrsmittel zeigen Ihre Wirkung. Vor dem Experiment sind die Teilnehmenden nur selten mit dem E-Bike bzw. Fahrrad oder ÖPNV zur Arbeit gefahren. Während des Experiments fahren 16 Teilnehmende 3 und mehr Tage die Woche mit dem E-Bike zur Arbeit, davon 5 sogar jeden Tag. Auch der ÖPNV wird deutlich häufiger genutzt. Das hat zur Folge, dass auch deutlich weniger mit dem Auto zur Arbeit fahren. Vor dem Experiment sind fast alle Teilnehmenden jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Während des Experiments sagen elf Teilnehmende sie fahren fast nie mit dem Auto zur Arbeit, neun nur einen Tag pro Woche und 7 zwei Tage pro Woche.
„Wir haben uns vom Pendelexperiment erhofft, dass die Teilnehmenden die Vorteile nachhaltiger Mobilität auf dem Arbeitsweg entdecken. Die ersten Einblicke zur Halbzeit erfüllen diese Hoffnungen und zeigen, dass es auch in Friedrichsdorf möglich ist mit weniger Auto zur Arbeit zu kommen“ kommentiert Bürgermeister Lars Keitel die Ergebnisse.
Aus Sicht von Luca Nitschke, Mobilitätsforscher am ISOE bestätigen die Ergebnisse die wissenschaftlichen Annahmen: „Die Veränderung des Arbeitswegs ist eine lernintensive Umstellung. Pendelexperimente sind ein guter Weg um Veränderungs- und Lernprozesse anzustoßen, das zeigt sich auch jetzt wieder in Friedrichsdorf.“ Das Pendelexperiment läuft noch bis Anfang Oktober, die Teilnehmenden haben also noch Zeit ihre neuen Routinen weiter zu festigen und zu optimieren. Ein weiterer Meilenstein bis dahin ist ein Austausch der Teilnehmenden mit den lokalen und regionalen Planungsverantwortlichen zu den bisherigen Erfahrungen am 1. September.
Weitere Informationen zum Experiment und zum Forschungsprojekt transform-R finden Sie unter https://www.transform-region.de/Anders-Pendeln/.
Sie haben Fragen zum Experiment allgemein?
Sven Wingerter Stadt Friedrichsdorf, Mobilitätsmanagement Tel. +49 6172 731 1318 | Dr. Luca Nitschke ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung Tel. +49 69 707 6919-20 |
Mehr über das Forschungsprojekt Transform-R
Transform-R ist ein vom Regionalverband FrankfurtRheinMain initiiertes und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt, mit dem übergeordneten Ziel, die Energie- und Mobilitätswende in der Region Frankfurt Rhein-Main voranzutreiben. Neben ökologischen Gesichtspunkten stehen dabei auch soziale Aspekte und die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen im Mittelpunkt. Ziel des Projekts ist es, aus Erprobungsräumen, so genannte „Reallabore“, Erkenntnisse über Möglichkeiten einer beschleunigten Umsetzung der Mobilitätswende zu gewinnen. Hieraus werden wiederum Transferprodukte und Instrumente zur Skalierung entwickelt, um erfolgreich erprobte Mobilitätslösungen in andere Kommunen und letztlich in die Fläche zu bringen. Projektpartner des Regionalverbands sind die Goethe-Universität Frankfurt, das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, sowie das ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung.