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Pressemeldungen

Der Feministische Buchclub startet in die neue Saison: Im Fokus sind Lebenssituationen von Migrantinnen in Deutschland

23.07.2026

Melanie Reithmann und die Gleichstellungsbeauftragte laden zu drei weiteren Buchbesprechungs-Terminen ein. Den Auftakt macht am Mittwoch, 19. August Gün Tanks Roman "Die Optimistinnen".

Der millionste "Gastarbeiter", der im Jahr 1964 nach Deutschland kam, erhielt ein Mofa als Willkommensgeschenk: Bis heute ist das Bild der Migration der 1950er bis frühen 1970er Jahre männlich geprägt. Dabei warben viele Unternehmen gezielt junge oder unverheiratete Frauen als Arbeitskräfte im Ausland an, um sie größtenteils im Niedriglohnsektor einzusetzen. "Über 30 Prozent der ausländischen Arbeitnehmenden waren Frauen", sagt die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Olivera Gligoric-Fürer. Der Debütroman "Die Optimistinnen", von Gün Tank, widmet sich genau diesem Thema: Die Autorin rückt die unerzählten Geschichten der Arbeitsmigrantinnen in den Mittelpunkt. Der Roman ist Fiktion, jedoch beruhen Ereignisse auf wahren Begebenheiten, unter anderem auf den "wilden" Streiks von 1973, mit denen auch migrantische Frauen eine Anhebung des Stundenlohns durchsetzen konnten. Somit werden beim Halbjahresthema "Migrantinnen in Deutschland" weibliche Perspektiven in den Mittelpunkt gerückt, die bei den öffentlich geführten Debatten zu kurz kommen, finden Melanie Reithmann, Leiterin des Buchclubs und Gligoric-Fürer. 

Auch in den Werken "Drei Kameradinnen", von Shida Bazyar, und "Wovon wir träumten", von Lin Hierse, geht es um Fragen der Identität, der inneren Zerrissenheit zwischen den Kulturen, aber auch um Rassismus und die deutsche Integrationskultur.

"Der Buchclub lebt davon, dass wir das Gelesene aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten", beschreiben die Organisatorinnen: "Wir schaffen einen offenen Raum für alle literaturinteressierten Menschen und gehen in der Auseinandersetzung mit den Werken respektvoll miteinander um", betont Reithmann.  

Über "Die Optimistinnen", von Gün Tank, wird am Mittwoch, 19. August in der Stadtbücherei diskutiert. Beginn ist 16.30 Uhr, Ende 18 Uhr. Eine Anmeldung per Email an ist zur besseren Planung erwünscht.

 

Die weiteren Titel und Termine sind: 

Mittwoch, 21. Oktober mit "Drei Kameradinnen", von Shida Bazyar

Mittwoch, 16. Dezember mit "Wovon wir träumen", von Lin Hierse

Die Treffen finden in der Philipps-Werkstatt der Stadtbücherei von 16.30 bis 18 Uhr statt.

Rückfragen gerne an die oben genannte Email richten, an oder telefonisch unter: (06172) 731 10007.