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23. Sommerakademie der Kulturstiftung Friedrichsdorf: kreative Auszeit mit Kunst und Musik

16.03.2026

Traditionell in der letzten Woche der hessischen Sommerferien füllt die Sommerakademie der Kulturstiftung Friedrichsdorf die Philipp-Reis-Schule (Färberstraße 10) von 10 – 16 Uhr mit Leben.

In diesem Jahr beziehen elf Werkstätten von Folkmusik bis Urban Sketching von Montag, 03. bis Freitag, 07. August die Räumlichkeiten der Schule. Eingebettet in die Kreativwoche sind zwei Werkstattkonzerte am Donnerstag, 06. August. Eine gemeinschaftliche Finissage beendet die Sommerakademie am Freitag, 07. August.

Mit der Schreibwerkstatt „Aus dem Kopf auf die Seite“ knüpft die Sommerakademie endlich wieder einmal an frühere Werkstätten in diesem Kreativbereich an. Für die Leitung der Werkstatt konnte der Autor, Dozent, Moderator und Übersetzer Daniel Schneider gewonnen werden. Er freut sich auf alle Menschen, die Lust haben kreativ zu schreiben und auch nach dem ersten Schaffensrausch weiter an ihren Texten feilen wollen, wobei Schreibneulinge ebenso willkommen sind wie Schreiberprobte. Von der gemeinsamen Lektüre einer Kurzgeschichte ausgehend verfolgend die Teilnehmenden dann ein eigenes Textprojekt. Dabei sind der Form keine Grenzen gesetzt: Erzähltexte, Gedichte, Theaterszenen, Essays und vieles mehr sind möglich. Erwachsene und junge Menschen ab 15 Jahren sind willkommen.

Neu ist in diesem Jahr auch die Lithografie-Werkstatt des Friedrichsdorfer Künstlers Eckhard Gehrmann leitet diese Werkstatt. Bei der Lithografie wird mit Pinsel, Kreide oder Feder direkt auf einem Lithografiestein gemalt und gezeichnet. Damit ähnelt der künstlerische Prozess dem Malen und Zeichnen auf Papier. Anschließend wird der Lithografiestein mit Druckfarbe eingewalzt und auf Büttenpapier abgedruckt. Das Bild erscheint nach dem Abdruck auf Papier, spiegelverkehrt, genauso wie es gezeichnet wurde. Weiterführende Techniken wie Umdrucken von Laser Kopien, Umkehrtechnik oder Abklatsch von Materialien auf den Lithografiestein erläutert der Dozent im Anschluss nach den ersten Schritten mit dem Medium. Farbdrucke mit mehreren Farben sind ebenfalls möglich und lassen spannende Effekte mit überlappenden Farbflächen entstehen.

Die Urban Sketching Werkstatt entführt ein weiteres Mal in die Welt der Open-Air-Zeichnungen. Unter der Leitung der Friedrichsdorfer Illustratorin Florence Baumeister lernen Teilnehmenden, ihre Umgebung auf lockere und farbenfrohe Weise festzuhalten - sei es mit Aquarell, Markern oder dem Tablet. Florence Baumeister erläutert die verschiedenen Techniken und vermittelt die Grundlagen der Perspektive. Im Stadtgebiet werden anschließend Friedrichsdorfer zum Beispiel Szenen auf dem Wochenmarkt eingefangen. Profi-Kenntnisse sind dazu nicht erforderlich. Für den Fall von Schlechtwetter wird eine Alternative angeboten, die den Teilnehmenden die Grundlagen von Komposition und Typografie nähergebracht, so dass die Arbeiten mit coolen Handlettering-Elementen versehen werden können.

 

Die Graffiti-Werkstatt unter der Leitung des Frankfurter Graffiti-Künstlers Jan-Malte Strijek ist auch wieder mit dabei. Der Dozent greift aus dem weiten Feld „Urban Art“ die Street Art und Graffiti heraus. Inspiriert von der Entstehungsgeschichte des sogenannten „Style-Writings“ werden erste Rohskizzen auf Papier erarbeitet und zu einem Vorentwurf für das spätere Werk weiterentwickelt. Neben Arbeiten auf Leinwand, die die Teilnehmenden auch mit nach Hause nehmen können, erarbeiten sie ein gemeinsames Motiv, das sie an einer Wand im Stadtteil Seulberg verewigen.

Wieder mit an Bord ist die Kunstwerkstatt Künstlerbuch – Blatt für Blatt unter der Leitung von Uta Schneider. Aus einem über 20-jährigen Erfahrungsschatz an Lehrtätigkeit – auch international – schöpft die in Offenbach lebende Künstlerin. Eine Collage, eine schnelle Skizze oder ein kurzer Text, Fotos in Farbe oder schwarz-weiß, als Original oder in Kopie füllen den Buchraum und lassen eine Geschichte entstehen. Bei allen Schritten und der wichtigen Dramaturgie steht Uta Schneider mit Rat und Tat zur Seite. Der Kurs ist eine Einladung, sich im Wechselspiel zwischen Improvisation und Konzept zu üben und bietet Raum fürs Experimentieren. Am Ende steht eine ganz eigene Geschichte aus den unterschiedlichsten Elementen, die für die Teilnehmenden wichtig sind. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Für die Schmiede-Werkstatt „Feuer und Eisen“ konnte der Dozent Michael Kröger gewonnen werden. Die Teilnehmenden tauchen ein in die Theorie und Praxis dieser Jahrtausende alten Handwerkstechnik. Schmiedetechniken wie Stauchen, Recken, Biegen, Feuerschweißen usw. kann erlernt werden. Des Weiteren kann der Umgang mit Techniken aus dem Metallbau-Handwerk ausprobiert und angewandt werden - wie zum Beispiel das Lichtbogenhandschweißen (im Volksmund Elektrodenschweißen genannt), arbeiten mit Winkelschleifer, Bohrmaschine usw. Von kreativen Skulpturen über Werkzeuge oder andere Gebrauchsgegenstände kann alles entstehen.

Die Steinwerkstatt ist seit Jahren fester Bestandteil der Sommerakademie. Der in Frankfurt lebende, freischaffende Bildhauer Simon Vogt vermittelt in seiner Werkstatt die Ausarbeitung einer Skulptur aus Tuff, Sandstein oder einem hellen Kalkstein, der sich auch feilen und schleifen lässt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, aber Ausdauer sollte vorhanden sein, denn es wird von Hand gearbeitet.

Letztes Jahr zum ersten Mal dabei, möchte die Folkmusikwerkstatt auch in diesem Jahr für die Musik mit keltischen Wurzeln begeistern. Sabrina Palm, unter anderem im Leitungsteam des Jugendfolkorchesters tätig, und Alex Froitzheim, ebenfalls Teil des Leitungsteams des Jugendfolkorchesters, - und damit zwei überaus versierte Musiker im Bereich Folk – sind auch diesmal mit an Bord. Bei der Werkstatt wird auf Instrumenten wie Geige, (Quer-)flöte, Bratsche, Gitarre, Cello, Klavier, Mandoline, Akkordeon, Bass, Percussion und anderen Folk-Musik gemacht. Stücke aus Irland, Schottland, aber auch Deutschland werden passend für die Besetzung arrangiert und gemeinsam einstudiert. Es spielt dabei keine Rolle, ob man sein Instrument schon richtig gut beherrscht oder noch ziemlicher Anfänger ist. Für jeden findet sich eine passende Stimme, die auch einen passenden Lernerfolg mit sich bringt. Gelernt wird nach Gehör, daher muss man keine Noten lesen können. Auch Improvisationen spielen eine Rolle. Wer mindestens zwölf Jahre alt ist, erste Erfahrungen mit seinem Instrument sammeln konnte, und Lust hat, mit anderen gemeinsam Folkmusik zu machen, ist hier genau richtig.

Eine feste Größe bei der Sommerakademie sind jedes Jahr die drei Musikwerkstätten Kammermusik, Klavier und Gesang. Sie ermöglichen eine intensive Erarbeitung von verschiedenen Musikstücken, was oft einen enormen Sprung in der Spielfertigkeit mit sich bringt. Die Violinistin Andrea Christ leitet gemeinsam mit der Friedrichsdorfer Cellistin Mercedes van Gunsteren die Kammermusikwerkstatt. Der Pianist Klaus Dreier hat die Leitung der Klavierwerkstatt inne. Beide Musikwerkstätten sind eng verzahnt und gemeinsam unterrichten die Dozentinnen und der Dozent fortgeschrittene Pianisten, Streicher und Bläser. Teilnehmen können fortgeschrittene Musikbegeisterte von elf bis 99 Jahr, die die grundlegenden Fertigkeiten auf ihrem Instrument sicher beherrschen. Je nach Können und Alter der Teilnehmenden werden Ensembles vom Duo bis zum Oktett zusammengestellt. Erste Erfahrungen im Zusammenspiel sind wünschenswert, jedoch keine Voraussetzung

Für den Schwerpunkt Gesang zeichnet erneut Gabriele Zimmermann als Leiterin verantwortlich. Der Kurs ermöglicht die intensive Erarbeitung von Gesangsstücken gemeinsam mit einer Pianistin oder einem Pianisten und in Kammermusikformationen. Sängerinnen und Sänger mit eigener Klavierbegleitung können auch als Duo teilnehmen.

Der Anmeldeschluss für die Musikwerkstätten Kammermusik und Klavier ist der 04. Mai, für Gesang der 08. Juni; für alle anderen Werkstätten können sich Interessierte bis zum 22. Juni anmelden.

Der Teilnahmebeitrag pro Werkstatt beträgt für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende sowie Studierende 155 Euro (mit Wohnsitz Friedrichsdorf 145 Euro), für Erwachsene 240 Euro (mit Wohnsitz Friedrichsdorf 220 Euro). Bei verschiedenen Kunstwerkstätten entstehen zusätzliche Materialkosten. Die Teilnehmerzahl ist bei allen Werkstätten begrenzt. Anmelden können sich Interessierte ab sofort.

Ein ausführliches Programmheft liegt im Rathaus Friedrichsdorf aus, wird auf Wunsch gerne zugeschickt oder kann hier oder unter www.kulturstiftung-friedrichsdorf.de heruntergeladen werden.


Informationen und Anmeldung:
Kulturstiftung Friedrichsdorf
Geschäftsstelle, Telefon: 06172 731-1296 oder -1263,
E-Mail:
www.kulturstiftung-friedrichsdorf.de