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Friedrichsdorfer Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen machen sichtbar, was oft im Verborgenen bleibt.

02.11.2026

Vom 24. bis 28. November machen die Frauenbeauftragte der Stadt Friedrichsdorf, der Verein „Frauen helfen Frauen Hochtaunuskreis“ und Amnesty International auf Gewalt an Frauen aufmerksam – in der ehemaligen Stadtbücherei und im Taunus Carré. Dazu gehören eine inetraktive Ausstellung zu häuslicher Gewalt „Gewaltige Liebe“, Kurzvorträge, Kunstwerke von Schülerinnen der Philipp-Reis-Schule, ein Quiz zu Frauenrechten und Informationen zu Hilfsangeboten.

Im Zentrum der Ausstellung „Gewaltige Liebe“ in der ehemaligen Stadtbücherei steht ein interaktives Miniaturhaus. Es gewährt Einblicke in Wohn- und Schlafräume, in Küchen und Kinderzimmer. Mithilfe von Video- und Audiostationen wird der Blick hinter die Fassade nahezu real: „Die Ausstellung nimmt kein Blatt vor den Mund – und das geht sehr nahe“, sagt die Frauenbeauftragte Olivera Gligoric-Fürer: „Zum Beispiel kommen Nachbarn zu Wort, die sich nicht trauen einzugreifen. Es wird die Perspektive von Kindern aufgegriffen. Und auch die der Täter.“ 
Häusliche Gewalt ist auch im Hochtaunuskreis Alltag allgegengewärtig: Im vergangenen Jahr erfasste die Polizei 388 Fälle, 68 mehr als im Vorjahr. Laut Bundeskriminalamt wird alle vier Minuten eine Frau Opfer von Partnerschaftsgewalt. Und Gewalt hat viele Facetten: Körperlich, psychisch, sexualisiert, wirtschaftlich, sozial und digital.
Genau hier setzt die Aktionswoche an: „Wir wollen sensibilisieren, aufklären und über bestehende Hilfsangebote informieren.“ Der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, der auf den 25. November datiert ist, eignet sich dafür, unbequeme Themen aus der Tabuzone herauszuholen.
Eröffnet wird die Ausstellung „Gewaltige Liebe“ in der ehemaligen Stadtbücherei am Dienstag, 24. November um 18.30 Uhr. Begleitet wird sie durch Kurzvorträge von einer Beraterin der Oberurseler Beratungsstelle und von einem Berater der Männerberatungsstelle von „Regionale Diakonie Maintaunus“: Beide geben einen Einblick in die Präventionsarbeit, in aktuelle Entwicklungen und in ihre Arbeit. Und: Die Ausstellung wird personell begleitet und es gibt ausreichend Raum, um das Gespräch zu suchen oder sich kurz zurückzuziehen.
Während die Ausstellung in der ehemaligen Stadtbücherei den Blick auf Deutschland richtet, lenkt Amnesty International diesen auf die weltweite Situation von Frauen: „Dabei geht es unter anderem um die genitale Verstümmelung von Frauen, um Kinder- und Zwangsehen“, erklärt Mary Schäfer von der lokalen Amnesty-Gruppe Friedrichsdorf/Bad Homburg. Im Mittelpunkt ihres Informationsstandes im Taunus Carré, steht ebenfalls eine Ausstellung: „Schülerinnen und Schüler des Kunst-Leistungskurses der Philipp-Reis-Schule haben sich mit dem Thema Gewalt an Frauen künstlerisch auseinandergesetzt“, so Schäfer, und dazu Gemälde, Zeichnungen oder Collagen gefertigt, die am Samstag, von 10-17 Uhr zu besichtigen sind. Außerdem hat die Amnesty-Gruppe ein Quiz zu Frauenrechten vorbereitet und ein Memory zum Thema Deepfakes: „Ein Karten-Pärchen besteht aus dem Originalbild und der Fälschung. Wir wollen für die Deepfakes den Blick sensibilisieren“, so Schäfer.

Auf einen Blick: 
Ausstellung „Gewaltige Liebe“, ehemalige Stadtbücherei, Hugenottenstraße 119
Eröffnung: Dienstag, 24. November, 18.30 Uhr (Einlass: 18 Uhr)
Weitere Öffnungszeiten: Mittwoch, 25. November: 10-13 Uhr
Donnerstag, 26. November: 16-19 Uhr
Freitag, 27. November: 14-17 Uhr
Samstag, 28. November: 10-12 Uhr
Anmeldungen erbeten per Email: . Spontane Besucherinnen und Besucher sind ebenso willkommen. 

Amnesty International mit Informationsstand, Quiz und Gemälde-Ausstellung der PRS-Schülerinnen im Taunus Carré: Samstag, 28. November von 10-17 Uhr.