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Johannes Driesch (1901 - 1930)

Portrait von Johannes Driesch, Johannes mit seiner Familie im Garten ihres Hauses in Friedrichsdorf,  - Selbstbildnis mit Familie - und - Garten I

Johannes Driesch wurde am 21. November 1901 in Krefeld geboren und absolvierte, nach dem Besuch der Grund- und Knabenzeichenschule, eine Steinmetzlehre. Danach ging er drei Jahre lang auf eine Kunstgewerbeschule. Ab 1918 besuchte er in München die dortige Kunstakademie; das Geld für seinen Aufenthalt verdiente er sich als Modell in der Meisterschule des Ateliers Hoffmann. Während der "Münchener Hungerwochen" lernte er 1919 Lydia Foucar, die Tochter des Friedrichsdorfer Bürgermeisters, kennen und lieben. Lydia entwarf bereits Modelle für eine Porzellanfabrik und konnte so den Lebensunterhalt des Künstlerpaares finanzieren.

Noch im selben Jahr gingen beide nach Weimar, um dort eine Lehre bei Töpfermeister Max Krehan am neugegründeten Bauhaus zu beginnen, Formlehrer war Gerhard Marcks. Im Jahr 1921 heiratete das Paar und Sohn Michael wurde geboren. Ihre Tochter Veronika kam 1924 und ihr zweiter Sohn Mathias 1926 zur Welt.

Als einen Wendepunkt in seinen künstlerischen Werken kann das Jahr 1927 gesehen werden, in dem Johannes Driesch sich von den Lehren des Bauhauses abwandte und schließlich zu komplexeren Inhalten überging. Antike Mythologie und christliche Themen waren nun die zentralen Themen seiner Gemälde. Doch leider ist von seinen Kunstwerken kaum etwas erhalten; das Meiste wurde 1937 unter der Aktion "Entartete Kunst" beschlagnahmt und (höchstwahrscheinlich) vernichtet.

1928 beschloss das Paar, die Dachwohnung von Lydias Elternhaus für sich umzubauen und zog nach Friedrichsdorf, in die Hugenottenstraße 66. Ein Jahr später wurde ihr letztes gemeinsames Kind Christiane geboren. Nachdem Johannes auch in Frankfurt keine feste Anstellung bekam, richtete er sich ein Atelier in Frankfurt ein und arbeitete als freischaffender Künstler.

Am 18. Februar 1930 starb Johannes Driesch unerwartet an den Folgen einer Grippe und Mandelentzündung in Erfurt, wo er gerade an einem Projekt arbeitete. Dort wurde vor einigen Jahren eine Straße nach ihm benannt. In Friedrichsdorf indes hat sich sein Grabstein erhalten, gefertigt von seinem ehemaligen Lehrer Gerhard Marcks.

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