- Mit Spannung und Lärm ins Neue Jahr: Erfinderwerkstatt im Philipp-Reis-Haus
- Gespenstererfinderwerkstatt Im Dunkeln im Philipp-Reis-Haus
- Anfassen erwünscht
- 18. Oktober 1685, das Stadtarchiv Friedrichsdorf erinnert:
23.01.2012 - Mit Spannung und Lärm ins Neue Jahr: Erfinderwerkstatt im Philipp-Reis-Haus

Mit dem neuen Jahr und den länger werdenden Tagen öffnet nach der Weihnachtspause auch die Erfinderwerkstatt wieder ihre Türen. Im Philipp-Reis-Haus sind alle Kinder eingeladen, mit neuen Experimenten in die spannende Welt der Physik einzutauchen. Bei der Akustik braucht der junge Entdecker gute Ohren, um die feinen Unterschiede genau herauszuhören. Ist der Ton nun höher oder doch gleich geblieben? Und braucht man teure Instrumente, um Musik zu machen? Bei der Optik hingegen sind sehr gute Augen unerlässlich. Die Frage: Was siehst du?, ist nicht immer einfach zu beantwortet, lässt sich das Auge doch leicht austricksen. Dass elektrischer Strom nicht nur Computer zum Laufen bringt, dürfte nach der Erfinderwerkstatt Elektrizität kein Geheimnis mehr sein. Geschicklichkeit und eine ruhige Hand sind nötig, um Lampen nicht zum Leuchten zu bringen und Nachrichten zu versenden. Die Erfinderwerkstatt Wasser verspricht dahingegen eine kühle Abwechslung an heißen Sommertagen. Auch wenn der Bau eines Berges aus dem kühlen Nass so manchen Forscher gehörig ins Schwitzen bringen wird.
Die Veranstaltungen finden jeweils um 15 Uhr im Philipp-Reis-Haus, Hugenottenstraße 93, statt und dauerern circa 90 Minuten. Aus organisatorischen Gründen ist die Teilnehmerzahl auf 15 Kinder beschränkt, eine Anmeldung ist daher erforderlich. Es wird ein Teilnahmebeitrag von drei Euro pro Kind erhoben.
Weitere Informationen erteilt Ihnen gerne Dr. Erika Dittrich unter der Telefonnummer 06172/72141 oder 06007/918628 oder per E-Mail erika.dittrich@friedrichsdorf.de.
Termine für Kinder von 5 bis 7 Jahre
28. Februar, 15 Uhr: Akustik
20. März, 15 Uhr: Optik
17. April, 15 Uhr: Elektrizität
8. Mai, 15 Uhr: Wasser
21. Juni, 15 Uhr: Wasser (Teil II)
Termine für Kinder von 7 bis 11 Jahre
6. März, 15 Uhr: Akustik
26. März, 15 Uhr: Optik
24. April, 15 Uhr: Elektrizität
15. Mai, 15 Uhr: Wasser
28. Juni, 15 Uhr: Wasser (Teil II)
12.12.2011 - Gespenstererfinderwerkstatt Im Dunkeln im Philipp-Reis-Haus

Die letzten Raketen sprühen noch glitzernd am Nachthimmel, da öffnet auch schon die Erfinderwerkstatt wieder ihre Türen für das neue Tüftlerjahr. Aber der Anfang liegt im Dunkeln, zumindest darf während der erhellenden Experimente kein Licht brennen. Wer meint, alles schon gesehen zu haben, der wird sein blaues Wunder erleben. Viele neue Experimente und Geheimnisse warten darauf, von mutigen Tüftlern erforscht und gelüftet zu werden. Eine umgedrehte Katze, Zaubertinte und rätselhafte Blitze geben Einblicke in die tiefen Geheimnisse des Lichts. Bunt treiben es nicht nur die jungen Entdecker im Philipp-Reis-Haus, auch die Friedrichsdorfer machten Blau und alle anderen Farben des Regenbogens. Diese Mysterien werden in einer kleinen Führung am Anfang gelüftet. Am Ende geht jeder mit einem Erfinderdiplom nach Hause.
Die Erfinderwerkstatt Im Dunkel findet für Kinder von 5 bis 7 Jahre am 2. Februar und für Kinder von 7 bis 11 Jahre am 9. Februar statt. Beginn ist jeweils 17 Uhr. Da die Teilnehmerzahl auf 15 Kinder begrenzt ist, ist eine Anmeldung erforderlich. Die Veranstaltungen beginnen im Philipp-Reis-Haus und dauern rund 90 Minuten. Es wird ein Teilnahmebeitrag von 3 Euro erhoben. Fragen beantwortet gerne Dr. Erika Dittrich unter der Telefonnummer: 06007/918628 oder 06172/72142 und per E-Mail erika.dittrich@friedrichsdorf.de
03.05.2010 - Anfassen erwünscht

Das Jahr 1860 gilt als Geburtsstunde des Telefons. Damals gelang dem Friedrichsdorfer Lehrer und Physiker Philipp Reis erstmals die Übertragung von Sprache über eine größere Distanz. Reis war es auch, der das in alle Weltsprachen eingegangene Kunstwort für die neue Technik kreierte: "Telephon". Das 150-jährige Jubiläum der epochalen Erfindung nahm das nach Philipp Reis benannte Städtische Museum Friedrichsdorf zum Anlass, die Geschichte des Fernsprechers seit dessen Verbreitung um 1900 bis zum Gebrauch von Schnurlosen in einer Neupräsentation darzustellen.
Möglich wurde eine im wörtlichen Sinne begreifbare Präsentation durch die Schenkung der Privatsammlung von Dr. Herbert Krist. Daraus wurden 18 Apparate ausgewählt und auf gestalteten Wandelementen installiert. Es sind vor allem die Geräte selbst und die dazugehörenden Bilder, die hier wirken. Statt trockener Fakten und technischer Daten kommen die Telefone als auditives Medium selbst zu Wort. Anfassen und Abheben ist ausdrücklich erwünscht, damit der Besucher ein Gefühl für die unterschiedlichen Materialien (sowie das Gewicht!) der Apparate erhält, und vor allem, um die auf jeden Gerätetypus abgestimmten Hörspiele mitzuverfolgen. In unterhaltsamen und eigens zu diesem Zweck produzierten Kurzgeschichten sind deren wichtigsten Daten ebenso verpackt wie der kulturgeschichtliche Kontext. Eine Collage telefonierender Frauen und Männer gibt bereits durch die sich wandelnde Mode eine Anmutung der Epochen, als die jeweiligen Fernsprecher in Gebrauch waren, gewissermaßen vom steifen Stehkragen und Mieder zu legerem Pulli und Jeans.
Anfangs telefonierte man noch im Stehen. Und das Wunder, vom "Fräulein vom Amt" vermittelte Stimmen aus der Ferne zu hören, war nur wenigen vergönnt. Wie um 1900 selbstverständlich, achtete man bei den hölzernen Pulttelefonen neben der Funktionalität auf Formschönheit und Ästhetik. Neue Werkstoffe wie Bakelit erlaubten später die Produktion robuster Gebrauchsapparate wie das schwarze W 48 aus der Nachkriegszeit oder die kostengünstig aus Plastik hergestellte "Graue Maus". Spätestens mit diesem Gerät wurde Telefonieren in den 1960er Jahren zum Massenphänomen und unterlag wie jeder andere Gebrauchsgegenstand nun modischen Trends. Im Gefolge der Flower-Power-Zeit nahmen die Gehäuse jetzt Farbe an. Um das Gedächtnis zu entlasten ersetzte der Tastenblock die Wählscheibe.
Aber noch immer war Telefonieren ortsgebunden, weil von einer Leitung abhängig. Nicht zufällig emanzipierte man sich mit der immer größeren Mobilität auch davon. Die verbessere Funktechnik erlaubte erst ab 1958 das Telefonieren aus dem Auto, dann konnten dank Digitalisierung beliebig viele Mobilteile über einen häuslichen Festanschluss benutzt werden, und schließlich kannte das Telefonieren per Handy keine räumlichen Grenzen mehr (die Entwicklung des Mobiltelefons bleibt dem weiteren Museumsausbau vorbehalten, die in diesem Jahr angestrebt ist).
Das Telefonieren hat die gesamte menschliche Kommunikation radikal verändert und damit auch entsprechende künstlerische Spiegelungen erfahren. In der neuen Abteilung sind zahlreiche bildnerische und akustische Beispiele versammelt, wie das Sprechen auf Distanz in Musik, Film und Literatur Eingang fand. Genannt seien nur die als kurze Einspielungen im Hintergrund zu vernehmenden "Telefonlieder", beginnend bei der bereits 1878 komponierten "Telefonpolka" von Eduard Strauß über das "Ring, Ring" der Gruppe ABBA (1973) bis zum "Telefonterror" der Band Spliff (1984).
Konzept und Durchführung des Umbaus entstanden in enger Kooperation von Museumsleiterin Dr. Erika Dittrich mit dem Birsteiner Gestalter Thomas Scheuermann. Die Grafik besorgte das Büro Fanz und Neumeyer aus Schifferstadt. Frau Dittrich und Ulrike Mecke, Volontärin im Museum und Stadtarchiv, texteten auch die von professionellen Schauspielern gesprochenen Hörspiele. Produziert wurden sie durch das Unternehmen soundgarden in München-Unterföhrung. Die gesamte Maßnahme kostete rund 19.000 Euro, davon förderte der Hessische Museumsverband die Hälfte, die andere steuerte die Stadt Friedrichsdorf bei.
Das Philipp-Reis-Haus in der Hugenottenstraße 93 hat Dienstag und Donnerstag von 9 bis 16 Uhr geöffnet (sowie nach Vereinbarung über das Stadtarchiv, Tel. (06007) 91 86 28).
19.11.2010 - 18. Oktober 1685, das Stadtarchiv Friedrichsdorf erinnert:

Friedrichsdorf – bekanntlich gründeten die Stadt wegen ihres Glaubens in Frankreich verfolgte Hugenotten. Doch was bewegte Tausende von Menschen, ihre Heimat zu verlassen, sich auf einen unsicheren Weg ohne Ziel zu machen? Es war die vor 325 Jahren erlassene Verfügung des französischen Königs Ludwig XIV., das Edikt von Fontainebleau, das seine evangelischen Untertanen in Massen bewog, dem Land ihrer Väter für immer den Rücken zu kehren. Unter ihnen befanden sich eben auch die Familien Agombard, Verry, Rousselet, Garnier, Chevalier und Achard, Lebeau und Privat – um nur einige der 36 Familien aufzuzählen –, die zu den Gründern Friedrichsdorfs gehörten.
Hugenotten, das waren reformierte Christen, die in Frankreich nach der von Jean Calvin entwickelten Lehre lebten. Etwa dreißig Prozent der Franzosen hatten sich nach der Reformation von der römisch-katholischen Kirche abgewandt. Besonders in Süd- und Südwestfrankreich entstanden zahlreiche reformierte Kirchengemeinden. Da auch Teile des Hochadels sich der protestantischen Lehre angeschlossen hatten, wurde aus der konfessionellen Auseinandersetzung schnell eine machtpolitische, die mithin den Zusammenhalt des französischen Staates gefährdete. Acht Religionskriege prägten die Geschichte Frankreichs in den Jahren 1562 bis 1593. Der ständige Wechsel von Sieg und Niederlage, von Toleranzedikten und Terrormaßnahmen führte zu einer Eskalation der Gewalt auf beiden Seiten.
Eine religiöse Befreiung – das Edikt von Nantes
Nach 36 Jahren Bürgerkrieg in seinem Land wollte der französische König Henri IV. endlich ein friedliches Zusammenleben von Katholiken und Protestanten ermöglichen. Lange und heikle Verhandlungen schufen im Edikt von Nantes ein Regelwerk, das den Frieden nach Frankreich holte. Heraus kam ein Kompromiss, der beide Konfessionen in zivilrechtlicher Hinsicht gleich stellte und damit die Bedingungen ihres Zusammenlebens festlegte. Bis zu seinem Tode 1610 überwachte Henri IV. persönlich die Einhaltung des Edikts. Doch unter seinem Nachfolger Ludwig XIII. verloren die Protestanten wieder ihre Gleichstellung und damit ihre Sicherheit.
Edikt von Fontainebleau
Zu Beginn der Regierung Ludwigs XIV. (1643-1660) blieb der Religionsfriede gewahrt. Als jedoch der Sonnenkönig nach dem Tode seines Ministers Mazarin (1661) die Regierungsgeschäfte selbst in die Hand nahm, wurde das Edikt von Nantes immer enger ausgelegt. Schließlich begann 1681 die offene Verfolgung der Protestanten; die königliche Kavallerie verbreitete Angst und Schrecken, um die Reformierten zu einem Glaubenswechsel zu zwingen. Zuletzt unterzeichnete am 18. Oktober 1685 Ludwig XIV. das Edikt von Fontainebleau, welches das Edikt von Nantes widerrief.
Die temple der Reformierten wurden sofort geschlossen, die Ausübung der Konfession verboten. Pastoren, die nicht konvertierten, mussten innerhalb von zwei Wochen das Land verlassen. Kinder sollten wieder nach der katholischen Konfession getauft und erzogen werden. Einen Ausweg sollte es nicht geben, da sogar die Flucht unter Androhung der Galeerenstrafe für Männer und des Gefängnisses für Frauen verboten war. Wem es dennoch gelang, das Land zu verlassen, dessen Güter wurden beschlagnahmt. Ein letzter Paragraph ließ den Reformierten scheinbar die Gewissensfreiheit (wenn auch nicht die der Religionsfreiheit). In der Tat wurde dieser Artikel aber niemals befolgt. Weil sie es ablehnten, ihren Glauben abzuschwören, wurden viele Protestanten eingekerkert. Zudem fanden noch immer die Dragonaden statt, um diejenigen mit Gewalt katholisch zu machen, die es noch nicht waren.
Der große Exedus der Hugenotten
Trotz der Gefahren für Leib und Leben – etwa 150 000 Menschen flüchteten unter oft dramatischen Umständen aus ihrer Heimat. Beseelt vom Wunsch, frei den Glauben ausüben zu können, begann der große Exodus. In der Regel verließen die Flüchtlinge gesicherte finanzielle Verhältnisse und wussten nicht, was sie im refuge erwartete. Kaum konnten sie noch Haus und Hof verkaufen, um für die ungewisse Reise über Bargeld zu verfügen. Naturgemäß gab es verschiedene Ziele, die die réfugiés erreichen wollten. Die Nordfranzosen zogen in die nahen Niederlande. Für die aus dem Westen Frankreichs bot sich ein Schiff nach England an. Die Mehrzahl der Hugenotten lebte aber im Süden Frankreichs und versuchte, von dort in die Schweiz zu entkommen.
Den Glaubensflüchtlingen begegneten die Eidgenossen mit tief empfundenem Mitleid, und die Hilfe, die man ihnen in Form von Geld, Nahrung und Medikamenten zukommen ließ, war beachtlich. Doch als der Zustrom an Flüchtlingen nicht nachließ, versuchte man, sie weiterzuschicken. Viele alleinstehende Frauen, Witwen, Kinder und Greise blieben vor allem in der Westschweiz. Aus der Champagne kam etwa die Familie Garnier nach Basel, wo Isaak Garnier 1692 im Alter von 82 Jahren starb. Ebenfalls die Söhne blieben bis zu ihrem Tod in Basel. Enkel Jeremie indes zog es weiter, bis er sich schließlich 1696 in Friedrichsdorf niederließ.
In der Schweiz organisierten Städte und Kantone Gruppen, die sich unter ortskundiger Führung auf den Weg machten. Für etwa 40 000 Flüchtlinge sollte Deutschland eine neue Heimat werden. Eine wichtige Station war Frankfurt am Main, das zur Drehscheibe des refuge wurde. Denn bereits seit langem gab es hier reformierte Kirchen. Die beiden Gemeinden unterstützten in vierzig Jahren (1685 bis 1725) 125 000 Menschen mit nahezu 70 000 Gulden. Zur Kassenprüfung wie auch als Stammrolle für nachfolgende Flüchtlinge zur Information über den Verbleib für Verwandte wurde genau Buch geführt. In diesen Listen finden sich auch jene, die Finanzhilfen erhielten und nach Homburg gingen.
Landgraf Friedrich II. gründet eine colonie française
Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg, jener ruhmreiche Held von Fehrbellin mit dem legendären silbernen Bein, hatte bereits im August 1684 einen offenen Brief entsandt, in dem er "Teutsche von allen im römischen Reich geduldeten Religionen vor allem aber Hugenotten" zur Ansiedlung in Hessen-Homburg aufforderte. Unmittelbar nach Aufhebung des Ediktes von Nantes verfasste er einen zweiten offenen Brief, in dem er ausdrücklich "französische Flüchtlinge" ansprach, deren es "in den gegenwärtigen Zeitläufen viele" gebe. Doch nicht nur aus Mitleid nahm der Landgraf sie auf, wenngleich er selbst von der lutherischen zur reformierten Konfession konvertiert war, somit die Hugenotten seine Glaubensbrüder waren. Durchaus verfolgte er mit der humanen Geste auch wirtschaftliche Interessen, denn der Dreißigjährige Krieg hatte große Teile des Landes verwüstet, dessen Einwohner tot oder geflohen waren. So sah der Landesvater die Chance, sein Ländchen wieder zu bevölkern, was später sich in ein höheres Steueraufkommen ummünzen sollte.
Im Sommer 1686 kamen dann die ersten Flüchtlinge an – ausgezehrt, müde und krank von der langen Reise. Manch einer schleppte sich noch mit letzter Kraft an den Ort der refuge – um dann entkräftet zusammenzubrechen. Und vor allem nach den Kindern griff der Tod: Die beiden Sprösslinge von Marie und Estienne Breuse, Marie und Etienne, sterben kurz nacheinander am 13. und 14. November 1687 in Friedrichsdorf, der fünfjährige Sohn des Pierre Breuse am 19. November des gleichen Jahres. In der Familie Barthelmi aus Prouiere holte sich der Sensemann innerhalb eines Vierteljahres zunächst die vierzigjährige Mutter Catherine und dann im Abstand weniger Tage die drei Söhne. In vielen Familien starben die Eltern fast gleichzeitig mit ihren Kindern.
Häufig erzählen Familiensagen, die verwitwete Mutter habe ihren Sohn den langen Weg auf dem Rücken getragen, wie etwa bei Familie Morelle, einer der Stadtgründer Friedrichsdorfs. 1707 gaben sich der Ladenbesitzer (boutiquier) Pierre Morelle und Marthe Labbé, Tochter des Zimmermanns Ezechiel Labbé, das Eheversprechen. Familie Labbé kam, wie die Blanquin, Le Jeune und Verry (Veri), aus der Picardie.
In drei Einwanderungsschüben erreichten die Hugenotten die kleine hessische Landgrafschaft. Der erste traf bereits 1685 /86 ein. Zunächst wurden die Flüchtlinge in der Stadt Homburg angesiedelt, in der eigens angelegten Neu- oder Louisenstraße. Für das erste auf seinem Boden geborene Kinde der französischen Gemeinde übernahm der Landgraf persönlich am 27. Juli 1686 die Patenschaft. Als eine zweite Einwanderungswelle neue Siedler brachte, gründete er für sie eine neue Kolonie, die später ihm zu Ehren Friedrichsdorf genannt wurde.
Doch noch wanderten Flüchtlinge weiter, andere kamen hinzu, die Anfangsjahre des "neuen Dorfes" prägte ein unstetes Hin und Her. Die ersten Siedler kamen vorwiegend aus dem Süden Frankreichs, aus der Dauphine (Achard, Vauge), aus dem Val Cluzon (Breuse, Brunet, Sourdet, Passet) sowie dem Languedoc (Andre, Heraut, Ventrcole, Feilgerolle) oder aber der Picardie (Blanquin, Bodmon oder Boudeman, Le Jeune,Bouquet, Boutmy, Loyseau, Mouillard, Busquet). Doch noch immer schienen sie auf eine Rückkehr nach Frankreich gehofft zu haben, denn obwohl der Landgraf ihnen neben Bauland auch das nötige Material zukommen lässt, entstehen erst auf sein Drängen hin feste Häuser. Bald aber entwickelte sich die colonie française prächtig und sollte schließlich eine wohlhabende Gemeinde werden.
Für weitere Informationen steht Ihnen das Team der Stadt Friedrichsdorf zur Verfügung:
Telefon: 06172/731-0 - eMail: museum@friedrichsdorf.de








