Der Seniorenbeirat der Stadt Friedrichsdorf informiert ...

 

 


Stellungnahme des Seniorenbeirats zur Umfrage

„Leben im Alter in Friedrichsdorf“

Mit der Umfrage – und dem erfreulichen Antwortrücklauf von über 40%  –  liegen zum ersten Mal belastbare Zahlen vor. Aus ihnen können Schlüsse auf die Lage der älteren Menschen in Friedrichsdorf gezogen werden, auf deren Befindlichkeit und Wünsche. Für den Seniorenbeirat ergeben sich daraus auch Erkenntnisse für Anregungen und Forderungen sozialpolitischer und anderer Art.

Dem Beirat liegen die wichtigsten Ergebnisse und die Handlungsempfehlung des Umfrageinstituts vor.

Drei Ergebnisse sind besonders zu beachten:

  1. Der Anteil der über 65-jährigen Menschen liegt in Friedrichsdorf um 3,6% über dem Bundesdurchschnitt
  2. Das Wohlbefinden im Wohnort ist mit 97% sehr hoch
  3. 81% der Älteren verfügen über ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung, das sind 25% mehr als im Bundesdurchschnitt

Generelle Bemerkungen zur vorliegenden Umfrage aus der Sicht des Seniorenbeirats:

Die ermittelten Zahlen geben ein gutes Bild der älteren Menschen in Friedrichsdorf ab. Leider liegen keine Ergebnisse aus vergleichbaren Städten vor. Aus der Umfrage können vielfach Schlüsse darauf gezogen werden, was Ältere bewegt und an welchen Stellen Veränderungen wünschenswert sind.

Selbständigkeit zu erhalten ist oberstes Ziel dieser Bevölkerungsgruppe. Dazu brauchen Ältere Barrierefreiheit in der Stadt und im Wohnumfeld ebenso wie Dienstleistungsangebote zur Alltagsbewältigung.

Die Auswertung der Umfrage mit ihren impliziten und expliziten Schlussfolgerungen und Interpretationen passt in einigen Fällen allerdings nicht zur Friedrichsdorfer Wirklichkeit. Pauschale Betrachtungen, ohne ortsbezogene Kenntnis, führen zu Fehlinterpretationen.                                                  

  • Als Beispiel sei die Einschätzung der Seniorentreffs erwähnt. Die vorgenommene Einschätzung entspricht nicht der gelebten Realität. Hier rächt sich die pauschale Bewertung ganz besonders. Die Seniorentreffs fungieren nicht nur als Cafés, als wichtige Einrichtung für Hochbetagte, oft alleine lebende Menschen, sondern auch als Treffpunkte für alle interessierten Gruppen älterer Menschen zur Freizeitgestaltung, für Gesprächskreise oder Kursveranstaltungen. Cafés, Kursveranstaltungen, Ausflugsfahrten und Freizeitangebote werden reichlich enutzt.                                                                     

Ob das Programm spannend ist, wurde in der Umfrage nicht  abgefragt, die negative Vermutung hat keine Grundlage.

  • Der Wohnstatus, mit einem weit über dem Bundesdurchschnitt liegenden Anteil an Eigentum, bedeutet nicht ohne weiteres gute finanzielle Versorgung. Zahlreiche Wohnungen liegen in alten und sehr alten Häusern.
  • Andere Beispiele sind die Bewertung des Houiller Platzes und die Einschätzung des öffentlichen Nahverkehrs. Der Houiller Platz war, nach seiner Fertigstellung, gut in die Stadt einbezogen, er wurde mangels Nachfrage ausgedünnt. Ihn zu beleben ist sicher eine Frage der Stadtplanung und der Wirtschaftsförderung.
  • Das Busangebot wird von drei Kommunen gemeinsam gemacht. Der Bau von neuen Haltestellen scheint nur in den geplanten Neubauvierteln sinnvoll. Leider gibt es bei der Auswertung der Umfrage keine Hinweise auf den Wissensstand der Befragten. Tatsächlich gibt es viertelstündlich bzw. halbstündlich Verbindungsmöglichkeiten zwischen den Stadtteilen und nach Bad Homburg. Dennoch nutzen nur 11% der Befragten den ÖPNV häufig.
  • Der Seniorenbeirat empfiehlt dringend, einen gut lesbaren und verständlichen Fahrplan erstellen zu lassen, besonders für den Busverkehr.
  • Ein Vorschlag zur Verbesserung der Mobilität: Es ist zu überlegen, ob mit einem Angebot von Kleinbussen bestimmte regelmäßige Fahrten zwischen den Stadtteilen und innerhalb der Stadtteile organisiert werden können. Dabei kann eventuell an ein Ringtaxi oder Ähnliches gedacht werden. Darin könnte auch die Organisation von Fahr- und Bringdienst eingeschlossen werden.
  • Der Bahnhof ist seit Jahren ein Thema, zuständig ist in erster Linie die Bundesbahn. Von ihr ist der Umbau zugesagt.

Bewertung der weiteren Handlungsempfehlungen des Forschungsinstituts:

  • Das Fahrrad wird von 16% der Älteren zum Erledigen von Besorgungen benutzt. Das sagt wenig über die Benutzung als Freizeitgerät aus. Der Seniorenbeirat fordert einen Fahrradstreckenplan für ganz Friedrichsdorf, einen Ausbau des Radwegenetzes und eine Instandhaltung vorhandener Fahrradwege.
  • Die Tatsache, dass Besorgungen sehr häufig zu Fuß erledigt werden, spricht für eine gute Erreichbarkeit der verschiedenen Einrichtungen. Die Überlegung, es könne sich um einen Mangel im ÖPNV handeln, führt in die Irre.
  • Bestimmte Fachärzte fehlen in Friedrichsdorf tatsächlich. Genehmigungen zur Niederlassung werden auf den ganzen Kreis berechnet. Da könnte nur das Abwerben eines woanders zugelassenen Facharztes helfen, dem gute Bedingungen geboten werden müssten.
  • Öffentlichkeitsarbeit geschieht mit regelmäßigen Pressemeldungen in drei Zeitungen und mehreren kostenlosen wöchentlichen Werbeträgern, ebenso in Form von fortlaufend aktualisierten Handzetteln, durch Flyer, durch den schriftlich und im Internet vorliegenden Seniorenwegweiser und durch ein barrierefrei gestaltetes Internet.
  • Forderungen nach mehr Sportangeboten sind angesichts der umfangreichen Programme für Ältere in allen Sportvereinen der Stadt nicht ganz verständlich. Allerdings fehlt in Friedrichsdorf ein Trimm- und Trainingspfad. Als Standorte für Fitnessgeräte im Freien bieten sich der bestehende Sportpark und die Anlagen im der geplanten Ökosiedlung an.
  • Wohnbebauung ist im Fokus der Stadtplanung. Ein weiteres Seniorenheim könnte, auf Grund der immer noch gültigen Gesetzeslage, nur von einem privaten Betreiber angegangen werden, das wirkte sich deutlich auf die Kosten aus.
  • Stadtteilcafés sind sicherlich wünschenswert, vorstellbar sind auch andere Treffpunkte im öffentlichen Raum, wie zum Beispiel Weinstuben mit bequemen Sitzgelegenheiten.       
  • Das Programm „nette Toilette“ soll dringend mit dem Gewerbeverein und der Stadt unter Beteiligung des Seniorenbeirats und des Einzelhandels verhandelt werden. Zu denken ist auch an öffentliche Toiletten als Neubauten, mit dem Aufstellen von Dixi-Klos gibt es keine guten Erfahrungen.
  • Begrünung: aus dieser Handlungsempfehlung wird nicht klar, was gemeint ist.
  • Die regelmäßigen Besuche zu Geburtstagen und Ehrentagen, von den Seniorenbeiräten und den Ortsbeiräten übernommen, sowie die persönlich überbrachte Weihnachtsgabe für Hochbetagte, mit Anschreiben des Bürgermeisters, sind in den Augen des Seniorenbeirats ausreichend.
  • Wohnberatung gab es bis zum Juni 2015, vom kommenden Jahr an wird wieder eine Wohnberatungsstelle zur Verfügung sein. Die Nachfrage war gering, die Nachfragen bezogen sich häufig auf finanzielle Entlastungsmöglichkeiten.
  • Bordsteine und Straßenübergänge sind überall da, wo neu gebaut wurde, abgesenkt. Bei Ausbesserungsarbeiten und weiteren neuen Straßenanlagen muss die Stadt weiter für stolperfreie Übergänge sorgen.
  • Anzahl und Abstände der Park- und Ruhebänke sollten überprüft werden.
  • Selbstöffnende Türen sind weniger wichtig als barrierefreie Zugänge zu den Geschäften und Einrichtungen, wie zum Beispiel Bibliothek und Arztpraxen. In Friedrichsdorf sind viele Geschäfte und Ärzte nur über Treppen zu erreichen, manche haben kein Geländer, manche sind mit Gegenständen verstellt.

Handlungsempfehlungen, die sich aus den Wünschen und Vorschlägen der Befragten ergeben, sind sehr pauschal. Zu beachten ist, dass sich die angegebenen Prozentzahlen bei den Vorschlägen und Wünschen immer nur auf die Anzahl der Nennungen besonderer Wünsche und Verbesserungsvorschläge bezieht. Sie wurden von etwa einem Drittel derer gemacht, die den Fragenbogen beantwortet haben.

  • Dennoch ist für Friedrichsdorf der Wunsch nach Dienstleistung und Hilfe zu beachten, der in verschiedenen Zusammenhängen immer wieder genannt wird. Beispiel Gartenpflege, Beispiel Fahr- und Bringdienst, Beispiel Lieferservice. Die Frage bleibt, ob die Nutzer bereit wären, dafür zu bezahlen. Mit der Wirtschaftsförderung, dem Gewerbe- und Einzelhandelsverband sollten Angebote überlegt und beraten werden.
  • Dass ältere Menschen, so lange es geht, in ihrer vertrauten Umgebung bleiben wollen, ist allgemein bekannt. Das gelingt in einer Kommune wie Friedrichsdorf, mit ausreichenden ambulanten Hilfsangeboten und städtischen Beratungsangeboten, leichter als anderswo. Der Begriff „betreutes Wohnen“ wird leider nicht definiert. Betreutes Wohnen reicht vom regelmäßigen Hausmeisterdienst über Haushaltsdienstleistungen, Begleitung, Pflegeleistungen, Beratung und Fahrdienst bis hin zur Vollversorgung. Betreutes Wohnen kann auch gemeinschaftliches Wohnen unter fachlicher Leitung sein. Da das Interesse sehr groß ist, sollte die Stadt mit den Wohlfahrtsverbänden verhandeln, die solche Wohnformen, mit Unterstützung etablieren könnten.

Bereitschaft Friedrichsdorf zu verlassen:

Die Bereitschaft, Friedrichsdorf zu verlassen, hat –  nach der Erfahrung vor Ort – ganz pragmatische Gründe.

  • Der häufigste Grund ist Krankheit, die nur noch mit dauerhafter Betreuung zu bewältigen ist. Dann ist ein Umzug zu Kindern, nahen Verwandten oder in ein Pflegeheim die Lösung.
  • Gelegentlich wird der Umzug in die Umgebung von Kindern oder Freunden bei gutem Gesundheitszustand geplant.
  • Ein zweiter Grund ist die Rückkehr in die „alte Heimat“, nach der Verrentung oder nach Verlusten von Partnern.
  • Selten wird ein Neuanfang in einer neuen Umgebung geplant.
  • Manchmal gibt es finanzielle Gründe.

                                                                                Eva Seidel Vorsitzende Seniorenbeirat

Zum Download >>>

Senioren in Friedrichsdorf (1. Fortschreibung) Ihr Leben und Wohnen in der Stadt Zeitraum 2016 - 2021


Herbstfest der Senioren 2016

Rückblick zum Herbstfest der Friedrichsdorfer Senioren am 6. Oktober 2016


Etwa 220 Friedrichsdorferinnen und Friedrichsdorfer besuchten am Donnerstag, dem 06.10.2016, das traditionelle Herbstfest des Seniorenbeirats im Forum in Köppern..... mehr ...
 


 

Im ganzen Hochtaunuskreis gibt es leider nur fünf gewählte und funktionierende Seniorenbeiräte.

 

Aufgaben, Vorstellungen, politische Einflussmöglichkeiten, Zusammensetzungen und Aktionen sind in vielen Fällen ähnlich, bei einigen abweichend.

Die fünf Seniorenbeiratsgremien kommen einmal im Jahr zu einem informellen Treffen zusammen.

Dabei werden Erfahrungen ausgetauscht, Anregungen weitergegeben und aufgenommen. Probleme besprochen und nach Lösungen gesucht. Diesmal fand das Treffen am 20.10. in Friedrichsdorf statt.

Alle fünf Einrichtungen waren durch Mitglieder vertreten.

Ein Thema das alle gleichermaßen beschäftigt: Wie kommen wir zu ehrenamtlichen tätigen Menschen, die sich für längere Zeit verpflichten und dann auch verantwortungsvoll mitarbeiten?

Außerdem stellten wir gemeinsam fest, dass überall Informationsveranstaltungen, unterschiedliche Freizeitangebote, Cafénachmittage und Fahrten und Reisen für Senioren angeboten werden.

Bei der Finanzierung gibt es verschiedene Ansätze, einige Gremien haben einen eigenen Haushalt, einige bekommen feste Beträge zugesprochen, im Friedrichsdorfer Haushaltsplan ist die Seniorenarbeit an unterschiedlichen Stellen berücksichtigt.

Friedrichsdorf hat mit seinen vier Stadtteilen die meisten Menschen zu vertreten. Deshalb besteht das Gremium des Seniorenbeirats hier auch aus 19 Mitgliedern, die alle per Briefwahl frei gewählt sind. In Friedrichsdorf gibt es stadtteilbezogene und übergeordnete Freizeitangebote, außerdem regelmäßige Vertretung in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung. Dies führt zur Mitsprache bei allem was ältere Menschen betrifft oder betreffen könnte.

Kronberg wählt neun Mitglieder per Briefwahl. Hier arbeitet der Seniorenbeirat auf der politischen Ebene eng mit der Kommune und auch anderen Organisationen zusammen. Eigene Veranstaltungen oder Informationsangebote nur für Ältere werden gemacht, das Besichtigung und Reiseangebot ist groß.

Neu-Ansbach hat ein eigenes Haus für Ältere, hier gibt es ein vielfältiges Angebot. Der zentrale Treffpunkt wird gut angenommen. Der Seniorenbeirat setzt sich aus elf Mitgliedern zusammen.Die politische Mitsprachemöglichkeit ist auch hier gewünscht und gegeben. Der Beirat besteht aus elf Mitgliedern.

Usingen arbeitet mit zwölf Beiratsmitgliedern.  Diese gestalten personenbezogen ein vielfältiges und abwechslungsreiches Freizeitangebot. Das politische Engagement ist groß und wird in der Kommune akzeptiert.

Weilrod, hier sind 16 Ortsteile zusammengefasst. Diese Zersplitterung erschwert die Arbeit der sieben Beiratsmitglieder. Auch hier ist die Kommune an der Zusammenarbeit interessiert und dafür offen. Die Freizeitangebote sind meist zentralisiert. Um die Beteiligung vieler zu erreichen, muss der Beirat einen Busdienst organisieren.

Nach dem lebhaften Austausch sprach die Vorsitzende aus Usingen sofort die Einladung zum nächstjährigen Treffen aus. Wir freuen uns darauf und informieren wieder.

Sei am 12.11.2016

 


 
   

 

 

 

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