- Neue Termine für die Erfinderwerkstatt im Philipp-Reis-Haus
- „Erziehung ist mir befriedigender Lebenszweck“ –
- Ostermarkt im Heimatmuseum Seulberg
- Sulinchen und die Rieseneier!
Neue Termine für die Erfinderwerkstatt im Philipp-Reis-Haus

Philipp Reis (1834-1874) war es bereits ein großes Anliegen, seinen Schülern die Naturwissenschaften anschaulich näherzubringen. Und es war der Physikunterricht, der ihn zur Erfindung des Telefons anregte. In der Erfinderwerkstatt können neugierige Kinder spielerisch die spannende Welt der Physik entdecken. Durch eigene Experimente zu Akustik und Elektrizität erfahren sie die physikalischen Grundlagen, anhand derer Philipp Reis um 1860 das Telefon erfand. Die jungen Teilnehmer der Erfinderwerkstatt lernen z. B. wie Strom fließt und Schall entsteht.
In der Erfinderwerkstatt "Optik" kann man in die Welt der Farben und des Lichts eintauchen. Mit kleinen Experimenten lernen die Kinder, wie Farben sich zusammensetzen, wie man sie wieder trennt, und warum man manchmal ganz genau hinschauen sollte. Dass die Farbherstellung in Friedrichsdorf eine lange Tradition hat, kann man vorab in einer kleinen Reise durch die Friedrichsdorfer Färberei erfahren.
Aus organisatorischen Gründen ist die Teilnehmerzahl auf 15 Kinder beschränkt. Die Veranstaltungen finden im Philipp-Reis-Haus, Hugenottenstraße 93, statt und dauern rund 90 Minuten. Es wird ein Teilnahmebeitrag von 3 Euro erhoben.
Erfinderwerkstatt "Akustik"
• Wie entsteht eigentlich Schall?
• Wie man baut man aus einem Becher ein Telefon?
• Und was sind Chladnische Klangbilder?
Erfinderwerkstatt "Elektrizität"
• Was ist statische Aufladung und wie erzeugt man sie?
• Wie bekommt man Strom zum Fließen?
• Kann man Gegenstände wie durch Zauberhand durch den Raum bewegen?
Erfinderwerkstatt "Optik"
• Wie kann man einen Regenbogen erzeugen?
• Wie mache ich aus einer Farbe mehrere?
• Wieso habe ich ein Loch in der Hand?
Erfinderwerkstatt "Wasser"
• Wie fließt eigentlich Wasser und was kann alles schwimmen?
• Wie baut man Wasserberge?
• Und wie erzeuge ich einen Tornado?
Erfinderwerkstatt "Im Dunkeln"
• Warum ist die Milch blau?
• Wie kann ich Blitze mit meiner Hand erzeugen?
• Und wie taucht man eine Flamme in Wasser?
Am Ende der Veranstaltung nehmen die Teilnehmer nicht nur Anregungen für das Experimentieren zu Hause mit, sondern zudem eine Urkunde in Empfang, die sie als "Erfinder" auszeichnet.
Termine
Für Kinder von 5-7 Jahren:
15.06.10 Erfinderwerkstatt "Wasser"
29.07.10 Erfinderwerkstatt "Wasser"
09.09.10 Erfinderwerkstatt "Elektrizität"
30.09.10 Erfinderwerkstatt "Akustik"
05.10.10 Erfinderwerkstatt "Optik"
16.11.10 Erfinderwerkstatt "Im Dunkeln"
(Beginn 16 Uhr)
Für Kinder von 7-11 Jahren:
17.06.10 Erfinderwerkstatt "Wasser"
27.07.10 Erfinderwerkstatt "Wasser"
14.09.10 Erfinderwerkstatt "Elektrizität"
23.09.10 Erfinderwerkstatt "Akustik"
07.10.10 Erfinderwerkstatt "Optik"
09.11.10 Erfinderwerkstatt "Im Dunkeln"
(Beginn 16 Uhr)
Beginn jeweils um 15 Uhr, außer die Erfinderwerkstatt "Im Dunkeln"!
Gruppen bis zu 15 Kinder können auch gesonderte Termine für die Erfinderwerkstatt unter 06007/918628 bzw. 06172/72142 oder per email erika.dittrich
friedrichsdorf.de ausmachen.
„Erziehung ist mir befriedigender Lebenszweck“ –

"Ich bin aufrichtig beseelt von Liebe für die weibliche Jugend, ihre Erziehung ist mir befriedigender Lebenszweck," mit diesen Worten warb Martha von Puttkamme in einem reich bebilderten Prospekt für ihr Mädchenpensionat in Friedrichsdorf. Denn neben dem renommierten Institut Garnier für Knaben gab es noch eines für höhere Töchter. Rund zwanzig Jahre leitete es Martha von Puttkamer und verlieh dem Haus solchen Glanz, dass noch immer ihr Name eng mit dem Gebäude verknüpft ist. Grund genug, anlässlich des 150. Geburtstags an Leben und Wirken der Vorsteherin zu erinnern.
Geboren wurde Georgine Martha Hermine von Puttkamer am 10. März 1860 in Stettin als fünftes von zehn Kindern des Genaralmajors Freiherr George Constantin (1807-1899) und seiner Frau Bianka (1830-1918). Trotz ihrer adeligen Herkunft meinte Martha, aufgrund ihres Aussehens wenig Aussicht auf eine standesgemäße Ehe zu haben. "Sie war sehr schwächlich, von blasser gelblicher Hautfarbe, hatte zerbrechliche Glieder, war klein von Gestalt, hatte aber sehr schöne samtbraune Augen und tiefschwarze Haare, die sie ihr Leben lang zu einem Dutt zusammendrehte. Das gab ihr frühzeitig ein gouvernantenhaftes Aussehen." Das junge Mädchen wollte auf eigenen Füßen stehen und bereitete sich zielstrebig auf das Lehrerinnenexamen vor, der 1880 eine erste Anstellung als Hauslehrerin eines Kölner Zuckerfabrikanten folgte. Später unterrichtete "Miss Goldie" im Ausland, vertiefte ihre Sprachkenntnisse in Englisch, Französisch und Italienisch. 1898 kehrte Martha nach Deutschland zurück. Als Lehrerin am Viktoria-Pensionat in Dornholzhausen erfuhr sie vom Verkauf eines Mädchenpensionats im benachbarten Friedrichsdorf.
Das Friedrichsdorfer Mädcheninternat
Das "pensionat de demoiselles" hatte bereits 1849 die aus Gießen stammende Friederike Müller zusammen mit ihrer Schwester Henriette in der Neugasse 6 (heute Bahnstraße) gegründet. Bald machte der Erfolg einen Umzug notwendig. Neues Domizil wurde das ehemalige Gasthaus "Le chevalier d‘ or" (Zum goldenen Ritter) in der Hauptstraße 80 (heute Hugenottenstraße 90), unmittelbar neben der Kirche gelegen. 1868 ging das Institut in den Besitzt von Ehregott Ernst Theodor Hermann Bagge, einem Anhänger Pestalozzis, über. Das von der ganzen Familie geführte Pensionat gedieh, und aus dem In- und Ausland kamen erst zwanzig, später dreißig Schülerinnen. Nach Bagges Tod stand das Mädchenpensionat, das der Pfarrer rund dreißig Jahre geleitet hatte, wieder zum Verkauf.
Um mit den Erben zu verhandeln, fuhr Marthas Konstantin nach Friedrichsdorf, und am 1. Januar 1900 übernahm die Freifrau das "Christliche Landerziehungsheim für Töchter gebildeter Stände". Unter ihrer Leitung gewann das Pensionat weiter an Ansehen und wurde großzügig für ein gehobenes Publikum angelegt, erhielt im ausgedehnten Garten sogar einen Tennis- und einen Croquetplatz. Im Vorderhaus befanden sich die Wohnung der Vorsteherin, der Speisesaal, ein Musikzimmer, vier Klassenräume, Spielzimmer, Krankenzimmer, Fremdenzimmer sowie ein Badezimmer. Im Hinterbau lagen Turnsaal, ein Gesellschaftssaal sowie einzelne Schlafzimmer. Die Wirtschaftsräume waren im Untergeschoss des Seitenbaus untergebracht, darüber lag der große Schlafsaal der Mädchen.
Bekannt wurde das Institut für "eine individuell abgestimmte Erziehung". Unter den Pensionärinnen waren auch solche aus schwierigen Familienverhältnissen. Unterstützung fand Martha in ihrer Nichte Erna; diese durfte "vier solch unschuldige, liebe Dinger betreuen", kümmerte sich aber auch um die Eingewöhnung der Neuen und führte den Briefwechsel mit den Eltern. Schließlich sollte die Nichte später einmal die Schule übernehmen. Zur Seite standen zudem zwei fest angestellte Lehrerinnen, zwei Hilfslehrerinnen, fünf Hilfslehrer sowie zwei Handarbeitslehrerinnen. Der Unterricht entsprach dem Lehrplan des 10-klassigen Lyceums. Den Koch- und Haushaltsunterricht besuchten Friedrichsdorferinnen als externe Schülerinnen. Sie schätzten die Fächer Obst- und Gemüseverwertung ebenso wie das Erlernen der Gartenarbeit – Fächer, die "auf den schönen Beruf der Mutter und Hausfrau vorbereiten". Einige Mädchen verliebten sich bereits während ihres Aufenthalts im Pensionat, wie in Fenster und Balken des Hauses eingravierte Liebesschwüre noch heute bezeugen, doch bleibt es ein Geheimnis, was daraus wurde.
Das Institut bereitete zudem auf das Sprachlehrerinnenexamen vor. Ohnehin durfte an zwei Tagen in der Woche nur englisch, an zwei nur französisch und nur an den übrigen Tagen deutsch gesprochen werden. Um die Sprachfertigkeit zu fördern, richtete Martha einen "cercle" ein, zu dem sie ausländische Kurgäste aus Homburg einlud. Dabei übten die Mädchen den Umgang in Gesellschaft. Ein Tanzlehrer wurde aus der Kurstadt engagiert, der zugleich den Mädchen durch die Kallisthenie, einer tänzerischen Gymnastik zu Musik, eine grazile Haltung beizubringen hatte. Französisch konnten die Pensionärinnen gleich im Ort perfektionieren, war doch noch immer Französisch die Umgangssprache in der Hugenottenstadt. Dennoch, eng war der Kontakt mit den Einheimischen sicher nicht, galten die Pensionärinnen doch im Ort als hochnäsig. "Putt, putt, putt meine Hühnerchen – wo bleibt denn der Hahn?", spotteten die Jungen, wenn es im Gänsemarsch zum gegenüberliegenden Hof Gauterin ging, um frische Milch aus ihren mitgebrachten Bechern zu trinken. Auf gesunde Ernährung achtete Martha als Anhängerin von Pfarrer Kneipp und überzeugte Abstinenzlerin streng. Ließ es das Wetter zu, fand die Morgengymnastik im Garten statt. Aber auch tägliche Spaziergänge brachten die Mädchen an die frische Luft. Der Aufenthalt im Freien sei, so glaubte die Institutsleiterin, wichtig zur Abhärtung des Körpers. Daher herrschte auch in den Schlafsälen grimmige Kälte, denn niemand sollte hier verwöhnt und verzärtelt werden. So stand denn eine kräftige Kost auf dem Mittagstisch, wenn alle gemeinsam im Speisesaal aßen.
Zerstreuung boten die monatlichen Unterhaltungsabende, an denen die Schülerinnen Gedichte rezitierten und Dramen aufführten. Ja, die Mädchen durften sogar Hosenrollen spielen! Dabei sollten die Schülerinnen frei und in ruhiger Haltung vor den Zuhörern stehen.
Solch eine gute Erziehung hatte natürlich auch ihren Preis: 1200 Mark jährlich, dazu kamen noch Kosten für besondere Unterrichtsstunden, für die Bedienung fielen weitere 5 Mark im Vierteljahr an. Wollten die Mädchen warm baden, kostete dies nochmals 60 Pfennig. Übrigens verfügte das Haus bereits über Elektrizität sowie fließend Wasser.
Doch in wirtschaftliche Nöte kam die Schule vor allem durch die politische Situation. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 blieben die ausländischen Schülerinnen aus, viele deutsche Familien gerieten in Bedrängnis. Die finanzielle Situation für Martha wurde immer schwieriger. Diesen Anstrengungen hielt die Gesundheit der Leiterin nicht stand: Nach einer kurzen Erkrankung starb Martha von Puttkamer am 2. September 1920. Ihr Grab existiert noch heute auf dem Friedrichsdorfer Friedhof. Ihre Familie würdigte sie mit den Worten: "Sie hatte gezeigt, wie ein zarter Körper und ein starker Wille, ein großes Herz und Charakter ein wertvolles Ganzes geschaffen hatte." Ihr Wertvollstes war sicher das Institut. Schon bald nach ihrem Ableben wurde das Inventar versteigert und das Haus verkauft. Zwanzig Mädchen durften fortan das nahe Institut Garnier besuchen; aber auch das Knabeninstitut war durch die Inflation in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, so dass fortan die Stadt die Trägerschaft der Mittelschule übernahm, die später in der Philipp-Reis-Schule aufging.
Ostermarkt im Heimatmuseum Seulberg

Im stimmungsvollen Ambiente des Museums sowie im überdachten Innenhof veranstaltet das Heimatmuseum Seulberg seit fast 30 Jahren seine kunsthandwerklichen Märkte. Das Besondere hierbei: Alle Aussteller bieten ausschließlich Eigenproduktionen zum Verkauf an. Begonnen wird das Jahr 2010 traditionell mit dem Ostermarkt, bei dem das Ei und seine unterschiedlichsten Techniken der Verzierung im Mittelpunkt stehen. Ob bemalt, perforiert oder eingerichtet – viel Phantasie bringen die Künstler auf, um das Oval kreativ zu gestalten. Ergänzt wird das Angebot durch florale Dekorationen für Haus und Garten, österlich bemalte Schachteln und Keramiken. Kinder können während des Ostermarktes ihre Kreativität an Holzarbeiten ausprobieren. Und auch für das leibliche Wohl ist gesorgt, verwöhnen doch selbst zubereitete Speisen, wie z. B. Osterbrot, ein bunter Frühlingsteller, Suppe, Waffeln oder Kuchen die Gaumen eines jeden Gastes. Ei, es gibt wieder viel zu entdecken und auszuprobieren bei dem bunten Angebot. Und ist das nicht der Osterhase, der da in einem Ostergärtchen sitzt?
Der Ostermarkt im Heimatmuseum Seulberg, Alt Seulberg 46, findet am 21. März von 10 bis 17 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen erteilt Ihnen gerne Dr. Erika Dittrich unter der Telefonnummer (06007) 91 86 28 oder per email erika.dittrich
friedrichsdorf.de.

Weiße, große Eier kullern durch die Ausstellung "Nicht von Pappe – Ostergrüße à la carte" im Heimatmuseum Seulberg. Blitzschnell rollen sie um die Ecke, vorbei an der Hasenpost, damit bloß die Hasen die Eier nicht in ihre Pfoten kriegen. Die großen Ostereier gehören nämlich alle Sulinchen, dem Museumskobold mit der blau-weiß geringelten Zipfelmütze. Anmalen und bekleben, am liebsten ganz bunt und glitzernd, möchte der Kobold die Rieseneier. Aber ein bisschen Hilfe kann Sulinchen dabei schon von seinen kleinen Freunden gebrauchen.
Ganz große Eier bemalen und bekleben kann man mit Sulinchen am 10. März. Sulinchens-Kindereien finden um 15.15 Uhr im Heimatmuseum Seulberg, Alt Seulberg 46, statt. Es wird ein Kostenbeitrag von 3 Euro inkl. Bastelmaterial erhoben; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen erteilt Ihnen gerne Dr. Erika Dittrich unter der Telefonnummer (06007) 91 86 28 oder per email erika.dittrich
friedrichsdorf.de.
Für weitere Informationen steht Ihnen das Team der Stadt Friedrichsdorf zur Verfügung:
Telefon: 06172/731-0 - eMail: museum
friedrichsdorf.de